Arbeitslos und der Umgang mit sich selbst

Oft kommt es unverhofft: Arbeitslos. Von heute auf morgen, ohne Vorankündigung. Doch wie weiter? Was tun, wenn der Gang zum RAV und anderen unterstützenden Stellen nicht fruchtet?

Eigentlich deutete nichts darauf hin. Es ist ein Morgen wie jeder andere. Bis der Vorgesetzte kommt und um einen kurzfristigen Termin bittet. Schon die kurzangebundene Art, der bedrückte Tonfall und das Drängen auf einen schnellen Termin lösen ungute Gefühle aus. Irgendetwas Belastendes scheint anzustehen. Man würde nie daran denken, dass man nicht einmal eine Stunde später sein Büro geräumt haben würde. Voll im Schock und fassungslos. «Aus Kostengründen», «Wir müssen auf die Jugend setzen.» – Begründungen, mit denen man nie gerechnet hätte. Fakt ist: Entlassen. Arbeitslos.

Arbeitslos und der Umgang mit sich selbst

Und jetzt? Der Gang zum RAV. Neuer Status: arbeitsuchend!

Trotz allen Prognosen betreffend vieler offener Stellen findet man nichts. Das RAV verlangt sieben Bewerbungen pro Monat und zeigt sich nicht gerade emphatisch. Teilzeitjobs werden erst ab 60% akzeptiert. Alles andere wird als Zwischenverdienst eingestuft. Hürden überall. Der Status arbeitsuchend kann es in sich haben. Und er nagt am Selbstwertgefühl. Vielleicht hat man es verpasst, die nötigen Kontakte aufzubauen. Lebte lieber zurückgezogen. Und heute spürt man diese Lücke. Einsamkeit, die zusätzlich belastet.

Arbeitslosigkeit kann lähmen. Was tun?

In dieser schwierigen Zeit ist es wichtig, sich nicht zusätzlich selbst abzuwerten. Ein tragendes soziales Netzwerk ist enorm wichtig. Eine Tagesstruktur, ein geregelter Ablauf. Sich nicht als Opfer sehen. Die Situation ist, wie sie ist. Sich immer wieder auf seine Stärken konzentrieren. In Absprache mit einem Coach auch mögliche berufliche Neuorientierungen abklären. Innerhalb der gleichen oder in fremden Branchen. Teilzeitstellen, Jobsharing, etc. Möglichkeiten gibt es viele.

Michael Fenaroli, der Leiter Geschäftsstelle Raiffeisenbank Zürich, weiss, wie es sich anfühlt, seinen Job zu verlieren. Wer etwas selbst erlebt hat, kann andere in der gleichen Situation besser verstehen. Fenaroli hatte sich weitergebildet und begleitet heute andere arbeitslose Banker (Quelle: Coachingplus- Best Practices Michael Fenaroli). Dank seiner Begleitung haben zwei arbeitslose Banker einen neuen Job gefunden.

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