Heilung bei unheilbarer Krankheit? Eine Glaubenssache?
Alljährlich kommt sie zuverlässig in die Schweiz: die Grippe. Manchmal erreicht uns eine starke, manchmal eine schwächere Grippewelle. Doch in jedem Fall wünschen sich Betroffene und Wirtschaft eine schnelle Heilung. Krankheiten können auch Reifezeiten bedeuten und ertragen werden, wenn man weiss, sie gehen vorbei. Doch wie ist das bei schweren Krankheiten?
Die Themen im Überblick:

Hoffnung auf Veränderung trägt uns – und das nicht nur bei Krankheit
Das Gefühl, ausgeliefert zu sein
Erkrankte Menschen müssen ganz viel Unbekanntes und Schmerzhaftes über sich ergehen lassen. Kranksein hat mit schwer einordenbaren Gefühlen und uns meistens fremdem medizinischem Personal zu tun, dem wir unseren Körper und unsere Psyche einfach so anvertrauen müssen.
Genaue Diagnosen sind trotz umfangreicher Forschungen oft schwierig.
Weiter können, je nach Krankheit, Folgewirkungen und –schäden entstehen, die das Leben noch mehr eingrenzen.
Depression zum Beispiel trägt auch den Namen «die Krankheit mit den 1000 Gesichtern». Kranksein hat oft mit Ungewissheit und unbeantworteten Fragen zu tun. Dass dabei teilweise Suizidgedanken auftreten können, ist auch für Angehörige schwer zu ertragen. Umso mehr, da sie selbst mit der Tatsache oder dem Gefühl leben müssen, nicht helfen zu können. Uns wichtige Mitmenschen vermitteln uns Endlichkeit.
Perspektiven und Fokus erweitern die Sicht
Wissen, in welche Richtung es geht, das wünscht man sich auch, wenn man krank ist. Perspektiven und Ziele schaffen mehr Klarheit und innere Sicherheit.
Was aber, wenn man aufgrund von körperlichen oder psychischen Einschränkungen weniger oder kaum Bewegungsspielraum hat?
Wenn der Fokus sich mehr und mehr auf die Krankheit konzentriert und damit auf alles, was nicht mehr geht? Der Wunsch nach Heilung ist gross und wird immer grösser.

Sind wir krank, tun uns mehr Perspektiven wohl
Was bedeutet Heilung?
Liest man in der Bibel, fehlt es nicht an Geschichten von Heilungen kranker Menschen auf offener Strasse. Geheilt haben damals Jesus Christus und seine Jünger. Sprich: Wer ihm nachfolgt, ist dazu befähigt, Krankheiten zu heilen. Dieses Bild ist für einige christlich geprägte Gruppierungen Grundlage, um eben dies auch heute noch genauso umzusetzen: Menschen heilen und sogar Dämonen austreiben.
Unter den Hilfesuchenden sind zum Beispiel Menschen, die an Depressionen leiden und nach der «Heilung» die Medikamente unmittelbar entsorgen. Was zu biblischen Zeiten möglich war, soll auch heute so sein.
Doch was wissen wir konkret über damalige Krankheiten – über Denk-, Sicht- und Empfindungsweisen der Menschen aus der Bibel? Vieles können wir nur erahnen.
Heilung nach biblischer Art und Weise ist erstrebenswert, muss aber objektiv betrachtet und gut begleitet werden. Im Sinne von einem Rückfall vorbeugend.
Was ist Heilung?
Es ist etwas Gewaltiges, wenn Menschen von ihren Gebrechen und Krankheiten geheilt werden! Dass Heilungen durchaus möglich sind, zeigen Erfahrungsberichte von Menschen aus der heutigen Zeit.
Trotzdem drängt sich die Frage auf, was mit all denen geschieht, die nicht geheilt werden.
Was geht in ihnen vor? Von ihnen gibt es mehr als genug. Manchmal wird damit argumentiert, dass viel oder auch alles vom Glauben des Erkrankten abhängt. Heilung wird damit zur Glaubensangelegenheit.
«Warum werden andere geheilt und ich nicht?»
Diese Frage kommt auf, wenn die einen gesund werden und andere nicht. Wer kann dies schon beantworten?
Vielleicht müssten wir den Begriff Heilung anders definieren. Oder ihm mit zusätzlichen anderen Werten ergänzen. Zum Beispiel: «Heil ist», wer mit seinem Leben und all dem, was darin passiert, umgehen kann.

Gott finden und Veränderung im Innern spüren
Wo Gott ins Leben kommt, geschieht Veränderung
Kranke wie Gesunde leben mit einer persönlichen Weltsicht. Sie wurde geprägt von Erlebnissen aus der Kindheit, von verschiedenen Bezugspersonen, vom sozialen Umfeld, der Medien etc. «So ist es, so wurde es mir gelehrt.»
Perspektiven über den Tod hinaus, das ist eine der grossen Hoffnungen, die durch eine Beziehung zu Gott entstehen. Damit werden die Perspektiven verschoben und das Ziel kann sich wandeln.
In der neuen Welt nach dem Tod wird es kein Leid mehr geben, so die Zusagen aus der Bibel. Das gibt dem Diesseits und damit unseren heutigen Herausforderungen ein anderes Gewicht.
Wo erleben wir Erfüllung?
Auf der anderen Seite sind viele gesunde Menschen unglücklich. Trotz Reichtum, trotz Freiheit. Jeder Mensch trägt persönliche Fragen in sich, auch wenn es ihm nicht anzusehen ist.
Es gibt Gesunde, die unglücklich vor sich hinleben und Kranke, die ihren Frieden gefunden haben. Die Frage ist letztendlich, welchen Wert wir uns selbst und unserem Leben geben. Welcher inneren Logik und Sehnsucht wir folgen.
Sehnsucht fördert die Erwartung und Hoffnung «Wenn dies und das geschieht, ist alles anders.» Bis uns der Alltag wieder einholt.
Lesetipp: «Was sie mir gegeben hat …»

«Ich habe mir nie überlegt, was sie (meine Krankheit) mir gegeben hat» schreibt die amerikanische Ärztin Rachel Naomi Remen in ihrem Buch «Dem Leben trauen». Die Autorin leidet seit ihrer Jugendzeit an der Krankheit Morbus Crohn – und hätte damit Grund genug, in Selbstmitleid zu fallen.

Manchmal helfen uns andere Sichtweisen in Krisenzeiten. Sie verhindern zwar nicht, können die Situationen aber vielleicht erträglicher machen.
Krankheit und Gesundheit sind das, was wir daraus machen
Es gibt viele Menschen, die krank sind und für die es keine Heilung im Sinne von «gesund werden» gibt. Zurück bleibt die Frage, was Gesunde und Kranke aus dieser Situation machen. Die Chance liegt wohl im gemeinsamen Unterwegssein. Im Miteinander.
Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden zum Beispiel weltweit über 300 Millionen Menschen an Depressionen. Krankheit darf in unserer Gesellschaft nicht wegdiskutiert und auf die leichte Schulter genommen werden. Sie hat ihren Grund und Gesundwerden und bleiben braucht Hinschauen, Beratung und Begleitung – ein Dranbleiben.
Krankheit ist eine Botschaft unseres Körpers, dem natürliche Grenzen gesetzt sind. Diese gilt es zu respektieren. Und nicht nur das. Dass die einen gesund werden und die andern nicht, kann äusserst belastend sein.
Das «Warum?» lässt sich wohl nie ganz erklären.
Hier zählt, wie wir mit der Krankheit und miteinander umgehen.
Lesetipp: Starksein hat seine Geschichte

Was bedeutet Starksein? Die Büchershops sind voll mit Biographien von sogenannt starken Menschen. Doch was bedeutet Stärke und warum wollen wir starke Menschen? Sind nur andere stark und wir selbst haben Versagen gebucht?
© christliche-lebensberatung.ch, überarbeitet am 19.2.2026/Andreas Räber
Redaktionelle Leitung und Autor von christliche-lebensberatung.ch
Andreas Räber ist Enneagramm-Coach, Trainer und GPI®-Coach, sowie Autor von zahlreichen Blogs, Fachartikeln und Kurzgeschichten aus den Bereichen Beruf, Beziehung, Gesundheit und Leben. Er ist Inhaber der Ratgeber und Webplattformen coaching-persoenlichkeitsentwicklung.ch, christliche-werte.ch, berufliche-neuorientierung.ch, ausbildung-tipps.ch.

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