Leben im Gefängnis – Menschen mit verlorener Würde

Hinter den Gefängnismauern. «San Quentin State Prison» gilt als eines der brutalsten Gefängnisse von Kalifornien. Der Grund: Es ist praktisch immer überfüllt. Weltweites Aufsehen erregte diese Strafanstalt durch ihre Hinrichtungen, aber auch durch den Song «San Quentin» des Country Sängers Johnny Cash. Der King of Countrymusic war selbst kurz wegen kleinerer Vergehen im Gefängnis. Ein Blick hinter menschliche Fassaden und hinter Gittern.

Johnny Cashs Einsatz für Sträflinge hatte sich auch schon früher bewährt. Seine Konzerte in den Strafanstalten Folsom und San Quentin Ende der 1960ger Jahre sind legendär. Wikipedia.org informiert, dass der Countrysänger Merle Haggard wegen Einbruchs drei Jahre in San Quentin verbrachte. Im Januar 1958 sah er Johnny Cash bei einem Konzert für die Insassen des Zuchthauses live auf der Bühne. Zutiefst beeindruckt von Cash und seiner Musik startete Haggard im Anschluss an die Haftstrafe eine eigene Musikerkarriere.

Leben im Gefängnis – «Prisoners are People», Gefangene sind Menschen

Leben im Gefängnis

Schweiz: Viele Häftlinge leiden an psychischen Problemen

Auch in der Schweiz ist die Situation in den Gefängnissen gemäss einem Artikel in der NZZ (28. Dezember 2010) schwierig. Im grössten Gefängnis der Schweiz, der Anstalt Champ-Dollon in Genf, leiden fast die Hälfte der Insassen an psychischen Problemen. Verbreitet seien auch Suchtmittelmissbrauch, Schlafstörungen und autoaggressives Verhalten. 11,6 Prozent der Männer und 9,2 Prozent der Frauen gaben zudem in einer Studie vom Genfer Universitätsspital (HUG) an, Opfer von Gewalt durch Polizei oder Aufseher geworden zu sein. Die Studie bestätigt, dass die Situation in der Schweiz derjenigen in der ganzen Welt ähnelt.

Christliche-Lebensberatung.ch: Weiterführende Lese- und Hörtipps

«Lichtblick in der Strafanstalt»

Trotz Gefangenschaft innere Freiheit finden

In der TV-Sendung «Lichtblick in der Strafanstalt» aus der TV-Reihe FENSTER ZUM SONNTAG-Talk berichtet das Fernsehteam aus dem Zentralgefängnis in Lenzburg. Wen die Justiz wegsperrt, läuft nebst den extrem schweren Lebensumständen in Gefahr, schnell in Vergessenheit zu geraten und würdelos zu werden. Die Folge: Zunahme von Einsamkeit, Resignation und oft auch von Hass. Ein Beispiel davon ist Walter Buff. Er sass zweimal für insgesamt acht Jahre hinter Gittern. Eine Zeit, die von Kälte und Härte beherrscht war. Er sehnte sich nach Wärme und Wertschätzung, nach Begegnungen, die Licht in die dunkle Zelle bringen.

Begegnungen, die Licht in die dunkle Zelle bringen

Bruno Graber, Leiter des neuen Zentralgefängnisses in Lenzburg, widmet den Gefangenen trotz strengem Alltag und Einhaltung höchster Sicherheit täglich Zeit und Aufmerksamkeit. Er schenkt ihnen Gehör für ihre Nöte und Sorgen. So erlebt Graber, dass Insassen auf der Suche nach dem Woher und Wohin während der Gefangenschaft zu einer inneren Freiheit finden. Eine Freiheit, die ihnen niemand rauben kann.

«Prisoners are People»

(Gefangene sind Menschen)

1955 kam der Film «Unchained» (bedeutet: abgekettet) in die US-Kinos. Es ging um ein Gefängnis ohne Zellen, ohne Gitterstäbe, nach einer Vorlage aus dem Buch «Prisoners are People» des Schriftstellers Kenyon J. Scudder (verfilmt durch Hall Bartlett). Ein Gouverneur, wird in einem US-Bundesstaat neu gewählt. über den Strafvollzug in den Gefängnissen ist er entsetzt. Er möchte es auf eine ganz neue Art versuchen und lässt die Zellengitter abreissen…

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Weiterführende Tipps im Web

© Christliche-Lebensberatung.ch – überarbeitet am 6.2.2020 (ar)