Wann sind Ferien erholsam?
Alex schleppt sich mit letzter Kraft in Richtung Ferien. Auch Laura und Sandro sind so etwas von schulmüde. Partnerin und Mutter Eva gibt nochmals alles, um die Bedürfnisse der ganzen Familie unter einen Hut zu bringen. Daneben muss auch noch gepackt werden, vielleicht noch etwas Wichtiges eingekauft, die Post abbestellt, die Haustiere platziert, das Giessen der Pflanzen organisiert etc. Ferien können auch ganz schön stressig sein – müssen aber nicht. Tipps in diesem Artikel.
Die Themen im Überblick:
Wie sind erholsame Ferien möglich?

Wie sind erholsame Ferien möglich?
Endlich abschalten und uns erholen!
Dafür sind Ferien schliesslich da. Doch meist gelingt dies nicht auf Knopfdruck. Wir sind keine Maschinen, nirgends ein Schalter zum einfach Umlegen. Unsere Seele geht immer noch zu Fuss.
Noch spüren wir die Nachwirkungen vom vorhergegangenen Stress, haben viele Bedürfnisse, dafür aber eine umso dünnere Haut.
Dieser Mix kann ausgesprochen explosiv sein. Die Kinder sind quirlig, die Eltern genervt, Partner oder Partnerin unmöglich! Ist dieser Punk erreicht, am besten die Erwartungen um ein paar Stufen runterschrauben. Die an sich selbst und die an die Liebsten. Erst einmal ankommen. Sich etwas Gutes tun. Und es vor allem gar nicht erst so weit kommen lassen, dass man längere Zeit auf dem Zahnfleisch läuft.
Sind längere Ferien wirklich erholsamer?
Dass längere Ferien erholsamer sind, sei widerlegt. Ich bin zwar schon der Überzeugung, dass man sich in drei Wochen besser erholt als in 10 Tagen. Laut Erkenntnissen von Stressforschung und Arbeitspsychologie gibt es jedoch keine Erholung Vorrat.
Auch im Alltag brauchen wir immer wieder kleine Pausen und Auszeiten, Miniferien also, um unseren Akku vorzu wieder aufzuladen.
Es ist wichtig, dass wir regelmässig abschalten können. Beginnen unsere Gedanken auch in der Freizeit – schlimmstenfalls auch nachts – nur noch um die Arbeit zu kreisen, dann sind wir definitiv ferienreif.
Dies und anderes ist nachzulesen auf: geo.de: Die 6 Säulen der Urlaubserholung
Wie sieht Ferienstress aus?
Wie bereits erwähnt, können wir uns auch in den Ferien ganz bequem weiter stressen.
Entweder wir verstricken uns in Gedanken an die Arbeit oder wir wollen möglichst viel aus der kostbaren Ferienzeit herauspressen.
Hier kann es hilfreich sein, Projekte bereits vor den Ferien zu beurteilen und festzulegen, wie es anschliessend weitergehen soll. Auf diese Weise kann unser Denkapparat besser abschalten, weil er weiss, alles ist soweit geregelt.
Wenn wir mal abschalten können, kann es auch sein, dass sich Dinge in unser Bewusstsein drängen, für die wir im Alltag keine Zeit haben. Weil sie vielleicht unangenehm sind und wir uns lieber mit den dringenden Angelegenheiten beschäftigen. Diese unbequemen Angelegenheiten sollen die Ferien dann wieder gut machen, was natürlich selten funktioniert.
Was unsere Seele wirklich nährt, sind Beziehungen. In aller Offenheit und Verletzlichkeit.
Erzählen, wie es uns geht.
Nicht erwarten, dass andere alles von selbst wissen müssten.
Einander zuhören. Ausreden lassen. Nachfragen.
Gemeinsam nach Lösungen suchen.
Ferien können, wie bereits erwähnt, nichts kompensieren, was im Alltag schief läuft und angegangen werden muss. Da hilft auch keine exklusive Reise nach Übersee mit allem drum und dran.
Wie ist Entspannung möglich?
Entspannen können wir besonders gut bei Tätigkeiten, die sich von unserem normalen Alltag unterscheiden. Schreibtischtätige beispielsweise bei körperlichen Aktivitäten im Freien, Handwerker, indem sie ebenfalls etwas im Kontrast zu ihrer Berufstätigkeit tun. Es geht also darum, ganz bewusst einmal andere funktionale Systeme zu nutzen als sonst.
Und Achtung: Niemand kann von aussen bestimmen, was wie erholsam ist. Das muss jede Person für sich selbst herausfinden.
Regen? Hilfe! Sicher? Auch mit Regen können Ferien genossen werden.

Regen? Hilfe! Sicher? Auch mit Regen können Ferien genossen werden.
Wer hat Lust worauf?
Nicht alle Menschen erholen sich auf die gleiche Art und Weise. Den einen tut es gut, stundenlang am Strand zu sitzen und aufs Wasser zu blicken oder genüsslich zu lesen. Andere erkunden lieber die Gegend, sportlich beim Wandern oder Biken oder kulturell, indem sie die Kunst und Architektur des Feriendomizils geniessen oder Sehenswürdigkeiten besuchen. Alle, die nicht alleine Ferien machen, müssen hier einen guten Weg suchen.
Dazu ein paar Beispiele:
Gegenseitig Freiheit zugestehen
Jeder verbringt den Tag so, wie er möchte und beim gemeinsamen Abendessen gibt es einen Austausch des Erlebten. Dieses Ritual fördert die Gemeinschaft und weitet gleichzeitig den Horizont.
Flexibel sein
Einmal unternimmt man etwas, das dem einen gefällt und danach etwas, das der andere mag.
Abwechslung
Sind Kinder dabei, können sich die Eltern vielleicht bei der Betreuung abwechseln, so dass jeder Elternteil auch mal etwas für sich allein unternehmen kann. Und wenn das heisst, einfach ein paar Stunden auszuruhen.
Zur Erholung gehört auch ein bisschen Herausforderung
Faulenzen ist ein ganz besonderer Genuss, doch auch das kann irgendwann zu viel werden. Anstatt uns weiter zu erholen, werden wir lustlos und träge. Dann ist es Zeit, die Komfortzone zu verlassen und uns etwas anderem zuzuwenden.
Vielleicht etwas Neues ausprobieren, ohne dabei grosse Risiken einzugehen: eine unbekannte Wanderroute, ein Menu der Landesküche, eine neue Sportart, ein Gespräch mit Einheimischen etc.
Ferien mit Kindern
Ferien mit Kindern sind nicht gleich erholsam wie Ferien ohne Kinder. Die Aufsichtspflicht bleibt bestehen, der Schlaf ist vielleicht begrenzt, doch es ist eine Abwechslung. Tapetenwechsel. Eine neue Umgebung, fremde Menschen, andere Gewohnheiten.
Kinder sind eigentlich schnell zufrieden, wenn die Beziehung stimmt. So meine persönliche Erfahrung.
In einer Ferienwohnung kann man sich etwas freier fühlen, was den Tagesablauf betrifft, doch es fallen halt einige alltägliche Hausarbeiten an.
Nur keine grossartigen Erwartungen anstellen! Lieber einen oder zwei Gänge zurückschalten und sich Zeit lassen.
Alex und Eva gönnen sich Hotelferien und geniessen in diesem Punkt eine grosse Erleichterung. Kein Kochen, kein Putzen. Einfach an den gedeckten Tisch sitzen und geniessen. Auch für Laura und Sandro ist immer etwas dabei, das sie mögen. Immer mal wieder probieren sie auch ganz mutig das eine oder andere Unbekannte. Schon am ersten Tag finden sie Kamerad/innen zum Spielen und auch bei den Erwachsenen ergeben sich gute Gespräche.
Zudem bietet das Hotel ein Kinderprogramm an, das Sandro und Laura voll cool finden. So können Alex und Eva ein paar Stunden für sie allein geniessen.
Als sie am Ende der Ferien mit einem lachenden (zuhause ist es auch schön) und einem weinenden Auge (wir würden es schon noch etwas länger aushalten) wieder abreisen, steht fest: «Das machen wir wieder!»
© Christliche-Lebensberatung.ch, 8.8.2025, Tabea Räber
Autorin
Tabea Räber ist Mitglied des Autorenteams auf Christliche-Lebensberatung.ch und anderen Online-Plattformen. Sie hat jahrelang sowohl als Hebamme wie in der Seniorenpflege gearbeitet.

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