Seit der Geburt leben wir Menschen in unserem Körper. Das klingt erstmal banal. Aber es bedeutet, dass unser Selbstbild fast gänzlich von Rückmeldungen von aussen abhängt. Bin ich laut oder leise? Bin ich schnell aufgebracht oder habe ich Mühe, meine eigenen Bedürfnisse zu äussern? Bin ich eher spontan oder gewissenhaft? Mag ich die Gesellschaft oder bin ich lieber alleine? Diese einzelnen Informationen ergeben ein Puzzle, das im Laufe des Lebens zu einem Selbstbild zusammengesetzt werden. Dabei spielen die ersten Bezugspersonen eine wichtige Rolle. Denn viele dieser Informationen stammen aus der frühesten Kindheit und werden als innere Glaubenssätze abgespeichert.

Was ist das Leben eigentlich? Ein voller Terminkalender? Erfolg im Beruf? Eine grosse Familie? Eine Fragestellung mit bewusster Herausforderung. Menschen werden geboren, dann nach bestem Wissen und Gewissen erzogen, gebildet und ausgebildet. Menschen wollen Freunde und Freude haben. Dabei sein und etwas bewirken können. Oft ist auch die Sinnfrage ganz wichtig. Insbesondere, wenn man älter wird und die geschätzte Hälfte des Lebens überschritten hat.

 

Spirituelle Ebene und die Beziehung zu Gott

Wohl kaum ein Mensch kommt durchs Leben, ohne dass er Momente erlebt, die schwierig zu bewältigen sind. Zeiten, die Kraft und Lebensfreude rauben und aus denen es keinen Ausweg zu geben scheint. Oder es tauchen Lebensfragen auf, die beantwortet sein wollen. Manch einer kommt in solchen Phasen selbst zurecht, andere suchen sich bewusst Hilfe. Oft hilft schon ein Gespräch mit einer Freundin, einem Freund. Bei schwerwiegenderen Themen sind Freunde jedoch oft überfordert und es fehlt ihnen die nötige Distanz. Dann ist es angebracht, professionelle Hilfe zu suchen.

Je früher Hilfe in Anspruch genommen wird, desto besser

Fachleute können die belastende Situation distanzierter und objektiver angehen. In schweren Lebensphasen oder Krisen eine vertrauenswürdige Person zu suchen, braucht oft Überwindung – für Männer meistens noch mehr als für Frauen. Manche glauben, Hilfe zu benötigen bedeutet: Ich bin schwach. Dabei zeigt gerade dies Stärke und Mut, wenn jemand erkennt, dass er alleine mit der Situation nicht mehr klar kommt und dass Hilfe nötig ist. Viele warten zu lange, bis sie Hilfe aufsuchen. Manchmal wäre es wesentlich einfacher so früh als möglich Hilfe in Anspruch zu nehmen, bevor Probleme sich zu sehr verdichten.

Menschen, die an Gott glauben, wünschen sich in der Regel einen Berater, eine Beraterin mit derselben Glaubenseinstellung. Die persönlichen Themen und Fragen können dann gemeinsam auch aus der Sicht des Glaubens besprochen werden und auch das Gebet hat Platz in der christlichen Seelsorge.

Was ist christliche Seelsorge?

In der christlichen Seelsorge  – wie auch in den meisten anderen Therapieformen – sieht der Berater den Ratsuchenden in seiner Ganzheitlichkeit. Dazu kommt die spirituelle Ebene, die  Beziehung zu Gott. Christliche Fachleute suchen nach Verbindungslinien zwischen persönlichem Glauben und fachlichem Arbeiten, was auch Bestandteile aus der Psychologie beinhalten kann.

Altlasten aufarbeiten

Professionell ausgebildete Seelsorger gehen über den Aspekt des reinen Begleitens hinaus, indem der Ratsuchende angeregt wird, auch Altlasten gründlich anzuschauen und aufzuarbeiten. Es geht dabei auch um Verletzungen und Schuld, die der Ratsuchende erlebt oder andern zugefügt hat. Dabei sollen Verhaltensweisen bewusst gemacht werden und er soll Anstösse zur Korrekturhilfe bekommen. Ratsuchende sollen ermutigt werden, selber aktiv zu werden und aufgrund der Einsichten den eigenen Prozess bewusst steuern.

Verschiedene Wege der Begleitung

Manche Klienten benötigen für eine gewisse Zeit eine medikamentöse Unterstützung, die durch einen Hausarzt oder Psychiater verschrieben wird. Parallel dazu können Gespräche bei einem Seelsorger oder Therapeuten den Heilungsprozess unterstützen. In solch einem Fall ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Seelsorger wichtig. Der Klient muss für diesen Kontakt jedoch sein ausdrückliches Einverständnis geben. Ohne dessen Einwilligung ist jeder Arzt und Seelsorger an die Schweigepflicht gebunden.

Wo und wie finde ich den passenden christlichen Seelsorger/-in?

Aber wie findet man den richtigen Berater, die richtige Beraterin? Sich im Freundes- und Bekanntenkreis nach Empfehlungen umhören ist der nächst liegende Gedanke. Vielleicht findet man auch eine Ansprechperson in der örtlichen Kirchgemeinde. Es gibt immer wieder Menschen, die Hilfe ehrenamtlich und unentgeltlich anbieten. Ratsuchende wünschen aber vermehrt eine Begleitung, die nicht zum bekannten Umkreis gehört, in dem man sich sonst bewegt (siehe Adressangebote in nachstehenden Links).

Die Beratung von Seelsorgern und psychologischen Beratern wird in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen. Ratsuchende müssen die Kosten selber tragen. Bei knappem Budget lässt sich manchmal ein reduzierter Preis aushandeln. Es empfiehlt sich, dies im Vorfeld abzuklären. Sitzungen bei Psychotherapeuten und Psychiatern werden in der Regel von der Krankenkasse bezahlt.

Hinsehen:

Nachdenken

Woran erkennt man einen guten Berater, der zu einem passt?

Für den Erfolg einer Therapie ist eine stabile und vertrauensvolle Beziehung zur beratenden Person entscheidend. Es gibt verschiedene Methoden, zu beraten. Wenn ein Hilfesuchender auf eine spezielle Methode wert legt, wird sich die Auswahl der Berater bereits verringern.

Im Vordergrund von christlicher Seelsorge steht Respekt, Sympathie und Vertrauen

Die Erfahrung zeigt, dass das Vertrauen in den Seelsorger/die Seelsorgerin wichtiger ist, als die angewandte therapeutische Methode. Das Zusammentreffen von Ratsuchendem und Therapeuten ist eine Art von Beziehung und wenn das Miteinander nicht klappt, wird man kaum einen Erfolg verbuchen können. Um dies zu klären, findet ein Erstgespräch statt, indem sich beide Parteien kennenlernen können. Springt der „Funke“ nicht, ist es ratsam, die Suche fortzusetzen. Denn man wird sich kaum öffnen, wenn Vertrauen und Sympathie fehlen.

Auf keinen Fall darf die Beratung in eine Abhängigkeit führen (siehe rechte Spalte, Links zu Ethikgrundlagen von Seelsorgern). Zeichen einer gut laufenden Beratung oder Therapie ist, dass der Hilfesuchende nach einigen Gesprächen eine gewisse Erleichterung spüren sollte. Die Dauer einer Therapie ist sehr unterschiedlich. Manchmal braucht es wenige Gespräche, bei schwierigen Themen können schon 10 – 20 Sitzungen nötig sein. Dies muss jeweils individuell angeschaut und auch mit dem Ratsuchenden besprochen werden.

Das könnte Sie auch noch interessieren:

Weiterführende Tipps im WWW für Sie ausgesucht

 

Was könnte Christsein für das eigene Leben bedeuten?

Gibt es Richtlinien, an denen man sich orientieren kann oder muss?

Was ist ein Christ?

Einfach gesagt jemand, der sich auf eine Beziehung mit Gott einlässt und sich nach den Aussagen der Bibel richtet. Natürlich könnte man jetzt sagen, ich mache das. Ich helfe anderen Menschen und versuche so bescheiden wie nur möglich zu leben. Der eingeschlagene Weg stimmt. Ja zu Gott sagen kann bedeuten, dass man bisherigen Gewohnheiten besser loslässt. Gewohnheiten abzulegen geht meistens nicht von heute auf morgen. Keine Angst, das sind nur solche, die uns und der Beziehung zu Gott schaden könnten. Oder die verhindern, dass wir uns für das Wohl der allgemeinen Gesellschaft einsetzen. Und wir daran teilnehmen. Christ sein hat also viel mit Beziehung und Teilnahme zu tun.

Wie sieht so ein Leben konkret aus?

Leben mit Gott ist Programm. Wirklich? So wird es oft dargestellt. Ein Christ macht dies, ein Christ macht das und jenes sicher nicht. Zum Beispiel nimmt er bei jedem Wetter am Gottesdienst teil oder erzählt zu jeder Zeit und überall von Gott. Von seinen Erlebnissen mit ihm. Das sind Klischees, die auf keinen Fall verallgemeinert werden dürfen. Sie hängen mit der Persönlichkeit des einzelnen Menschen zusammen.

Die Frage muss daher lauten: Wie wirken sich Zusagen von Gott, wie zum Beispiel neu entdeckte Liebe, tiefe Beziehungen, Annahme und die Gewissheit auf ein Leben nach dem Tod, auf jeden Einzelnen aus? Die einen werden sprudeln vor Freude und ihre Erkenntnisse weitererzählen. Die andern bleiben zurückhaltend im Hintergrund und leben ihren Glauben im stillen Herzen. Beides ist möglich. Beides hat positive Auswirkungen. Kurz-, mittel-, oder langfristig.

Hinsehen:

Nachdenken

Wachstum hat verschiedene Auswirkungen

Beziehungen verändern sich! Jedes Paar, das beschliesst, gemeinsam durchs Leben zu gehen, wird durch gegenseitige Akzeptanz, durch Respekt und Liebe verändert. Man sucht gemeinsame Zeit, interessiert sich füreinander. Alte Sichtweisen können sich allmählich verändern, neue dazukommen. Am Anfang läuft alles wie von selbst. Verliebtheit beflügelt.

Auch die Liebe verändert sich. Sie kann zeitweise zum Willensakt werden. Sich arrangieren und nach gemeinsamen Lösungen suchen hat aber immer das Ziel in Sicht. Unterwegs sein erfordert Flexibilität und Kompromisse. Loslassen, die so genannte Komfortzone verlassen, sich hineinwagen in die Wachstumszone. Das ist auch im Leben als Christ und in der Beziehung zu Gott so. Das kann wiederum, je nach Persönlichkeit, unterschiedliche Folgen haben. Die einen verkaufen ihr Haus und gehen in ein fremdes Land, zu anderen Völkergruppen, um diesen von Gottes Liebe zu erzählen. Die andern leben ihren Glauben im Stillen und sind für die Menschen um sie herum da.

Was ist ein Christ wirklich?

Ein Christ ist also ein Mensch, der seine Persönlichkeit und seinen Glauben so lebt, wie es ihm möglich ist. So wie er Gott zu verstehen glaubt. So wie er / sie Stärken leben können. An einem fernen Ort, im stillen Kämmerlein, in der Familie, im Beruf, überall. Die einen tun dies auffälliger, die anderen eher im Stillen. In der Form, die einem möglich ist. Beides ist richtig und beides hat Platz.

Autor: Andreas Räber – Coaching-Persoenlichkeitsentwicklung.ch

 

Das könnte Sie auch noch interessieren:

Weiterführende Tipps im WWW für Sie ausgesucht

Mehr im Dossier von Radio Life Channel: «Glauben entdecken»

Radio Life Channel: Radio mit Schwerpunkt christliche Werte

 

 

«Ach, wie bin ich doch vergesslich! Und Namen kann ich mir schon gar nicht merken. Werde ich wohl dement?»

Wem von uns sind nicht schon solche oder ähnliche Gedanken durch den Kopf gegangen? Was geschieht, wenn die Diagnose Demenz wirklich zur unausweichlichen Tatsache werden sollte?

Was bedeutet Demenz und was kann man dagegen tun?

Demenz bedeutet vom Begriff her «ohne Geist» und ist eine chronisch fortschreitende Hirnerkrankung, die einem nach und nach Kurzzeitgedächtnis, Denkvermögen, Sprachfähigkeit und Motorik raubt. Es gibt verschiedene Formen dieser Krankheit und eine sorgfältige Diagnosestellung ist daher sehr wichtig. Möglichkeiten zur Heilung bestehen zurzeit keine, man kann aber die Symptome zu Beginn der Erkrankung medikamentös etwas verzögern.

Zu den Risikofaktoren einer Demenz gehören ein hohes Lebensalter, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Rauchen, Diabetes und teilweise Depressionen. Vorbeugen kann man durch physische Aktivität (Sport), soziales Engagement, Kontrolle des Körpergewichts und rechtzeitige Behandlung bestehender Krankheiten.

Was braucht es für Betreuung und Pflege?

Nicht nur für Betroffene, auch für deren Angehörige ist Demenz eine grosse Herausforderung. Wer seinen an Demenz erkrankten Partner oder Verwandten begleiten oder betreuen will, muss sich daher sorgfältig darauf vorbereiten und auch bereit sein, für sich selber Hilfe zu beanspruchen.

Die Pflege demenzkranker Menschen ist sehr anspruchsvoll und aufwändig und schnell sind die Grenzen der Belastbarkeit erreicht. Regelmässige Zeiten des Abschaltens und der Erholung sind ein absolutes Muss. Es ist äusserst wichtig, dass man gut auf sich selbst hört und sich nicht überfordert!

Hinsehen:

Nachdenken

Demente Menschen sind sehr sensibel und jede Verunsicherung der Pflegenden geht auch auf sie über. Förderlich ist ein möglichst geregelter Tagesablauf mit abwechselnden Phasen von Aktivität und Ruhe. Achtung: Kein gut gemeintes, aber forciertes Training irgendwelcher Tätigkeiten, welches dem Betroffenen nur seine Defizite vor Augen führt! Reizüberflutung (z.B. Dauerberieselung durch Radio oder Fernseher) ist zu vermeiden.

Wie weiter?

Wir werden immer älter und die Zahl der Demenzerkrankten wird sich laufend erhöhen. Alte Menschen werden immer zahlreicher, währen immer weniger Junge nachkommen, die für den Unterhalt aufkommen können. Da sind wir als ganze Gesellschaft gefordert! Auf Dauer wird es nicht mehr ohne freiwillige nachbarschaftliche Hilfe gehen.

Wir alle sind gefragt!

 

Das könnte Sie auch noch interessieren:

Weiterführende Tipps im WWW für Sie ausgesucht

Demenz als gesellschaftliche Herausforderung

In dieser Radio Sendung beleuchten Heinz Rüegger (Gerontologe am Institut Neumünster), Beatrice Schär (Pflegeexpertin im Haus Magnolia der Stiftung Neumünster) und Elisabeth Berger(Leiterin der Demenzabteilung am selben Ort) folgende

Themen:

  • Was bedeutet Demenz und wie entwickelt sich in der Regel ihr Verlauf?
  •  Wie begegnet man Mitmenschen, die an einer Demenz leiden, am besten?
  •  Heime können mit dementen Menschen in Sachen Finanzierung und Personalaufwand an      ihre Grenzen kommen. Wie könnten wir als Gesellschaft dieser Herausforderung gerecht werden?
  •  Müssten unsere Städte und Dörfer offener werden für demenzkranke Menschen?
  •  Wie könnte eine demenzfreundliche Gesellschaft aussehen und wie müssten wir uns darin verhalten?

Ebenfalls werden ethische Fragen und die Möglichkeit, rechtzeitig eine Patientenverfügung zu erstellen, diskutiert.

Radiosendung zum Thema Demenz

Radio Life Channel: Radio mit Schwerpunkt christliche Werte