Wissen ist Macht: gut informiert sein, u. a. dank Podcasts

Sind Sie auch neugierig? Saugen alles auf, was Sie interessiert? Diese Eigenschaft wurde uns bereits in die Wiege gelegt. Sobald wir auf der Welt sind, suchen wir den Blick unserer Mutter und nehmen nach und nach in uns auf, wie die Welt funktioniert, wie wir uns zu verhalten haben bzw. uns darin behaupten können. Dann geht es in die Schule, denn Wissen ist unentbehrlich. Bereits im 16./17. Jahrhundert hat der englischen Philosoph Francis Bacon benannt, was wir heute als selbstverständlich erachten: Wissen bedeutet Macht. Erfahren Sie hier mehr über die Rolle von Wissen, Macht und die Qualität, umfassend informiert zu sein.

Die Themen im Überblick:

Wissen ist Macht: gut informiert sein, u. a. dank Podcasts

Dank Podcast hören gut informiert sein

Wissen ist Macht

Als Francis Bacon seine These aufstellte, waren die wenigsten Menschen sogenannt gebildet und das Sagen hatten vor allem Kirche und Staat, nicht selten mit äusserst repressiven Methoden.

«Wissen und Macht des Menschen fallen zusammen, weil Unkenntnis der Ursache [auch] über deren Wirkung täuscht», führt Bacon weiter aus.

Anders ausgedrückt: Wer die Zusammenhänge nicht erkennt, kann leicht(er) getäuscht werden.

Reinhard Mey drückt dies in seinem Song «Sei wachsam» folgendermassen aus:

Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
«Halt‘ du sie dumm, ich halt‘ sie arm!»

Macht an sich ist neutral

Macht ist wichtig, denn sie regelt das menschliche Zusammenleben. In der Regel wird die definiert als die Fähigkeit, eine oder mehrere Personen zu einem bestimmten Denken und/oder Verhalten zu führen und innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen.

Macht ist gundsätzlich neutral, muss meines Erachtens jedoch immer an Verantwortung gekoppelt sein – kann die doch sowohl zum Guten wie auch zum Schlechten eingesetzt werden. Macht kann ein mehr oder weniger grosses Gefälle bedeuten: eine Partei weiter oben, die andere weiter unten. Doch eine gewisse Macht besteht immer auf beiden Seiten.

So kann beispielsweise der Sohn einer überehrgeizigen Mutter auf einmal eine Lernschwäche entwickeln.

Am besten funktioniert unser Zusammenleben, wenn die Machtverhältnisse ausgeglichen sind. Ein freiwilliges Geben und Nehmen, wobei man weiss, dass für alle Bedürfnisse gesorgt ist und man sich aufeinander verlassen kann.

Ausgeglichene Machtverhältnisse fördern das Zusammenleben

Ausgeglichene Machtverhältnisse fördern das Zusammenleben

Führen und geführt Werden

Es gibt Menschen, die sind wahre Führernaturen. Sie blühen auf, wenn sie Menschen leiten können und sind ausgezeichnete Motivatoren. Gemeinsam kommt da etwas auf die Beine! Andere wiederum haben es lieber, wenn sie klare Strukturen vorfinden, an die sie sich halten können. Führen und geführt Werden gehen im Einklang. Mit Respekt auf beiden Seiten.

Es können nicht alle Häuptlinge sein, es braucht auch Indianer (Aussage einer langjährigen, überzeugten Schaltermitarbeiterin der Schweizerischen Bundesbahnen).

Der Grundstein für eine gewinnbringende Art von Zusammenleben wird in unserer Kindheit gelegt. In diesen ersten Jahren erleben und lernen wir, wie Beziehungen funktionieren. Da kann man viel Gutes und viel Falsches mitbekommen. Auch über das Phänomen der Macht.

Wer ist der/die Beste im ganzen Land?

Wenn ich mich umschaue, erkenne ich viel Machtstreben. Überall scheint es darum zu gehen, möglichst zuvorderst mitmischen zu können. Wem das gelingt, nennt sich erfolgreich, die anderen fallen schnell in die Kategorie «Loser», sei das politisch, wirtschaftlich oder sozial.

Nahezu überall geht um Status, Einfluss, Besitz, Wettbewerb etc.

Um möglichst viel auf die eigene Seite zu ziehen, ist manchmal jedes Mittel recht. Eltern kämpfen verbissen um einen Gymiplatz für ihren Nachwuchs. In der nahen und fernen Politik werden Vereinbarungen oder gar Gesetze skrupellos übergangen – oft ohne dass entsprechende Konsequenzen folgen. Die einen wüten, die anderen schauen ohnmächtig oder tatenlos zu. In unserer schnelllebigen Zeit hat jede/r genug mit sich seinen eigenen Angelegenheiten zu tun. In unserer individualistischen Gesellschaft haben wir so viele Wahlmöglichkeiten, wie es noch nie zuvor der Fall war.

Via Internet kommen wir zu allen Informationen, die wir wollen und können gleichzeitig unsere eigene Meinung in die Welt tragen.

Wo früher ein viel grösseres Gemeinschaftsgefühl bestand (Vereine, Partei, Kirche), informieren und treffen wir uns heute viel mehr in der virtuellen Welt. Jedermann/frau sucht sich die «Bubble» (Gruppe Gleichgesinnter) aus, die ihm zuspricht. Eine gemischte Gemeinschaft hat stets auch die Funktion des Meinungsaustauschs und des Diskurses. Unter lauter Gleichgesinnten einer Bubble fällt der jeweilige Gegenpol weg.

Mit voller Überzeugung wähnt man sich auf der richtigen Seite – also müssen «die anderen» logischerweise falsch liegen.

Gleichgesinnte finden tut gut - fördert aber die eigene Meinungsentwicklung weniger

Gleichgesinnte finden tut gut – fördert aber die eigene Meinungsentwicklung weniger

Information und Desinformation

In unserer digitalen Informationsflut sind leider Fake News auch nicht weit. Gezielte Falschinformationen und Irreführungen, mit denen versucht wird, Menschen zu beeinflussen und zu überzeugen. Solche Nachrichten haben meist einen ganz gezielten Zweck und sprechen unsere Neugier, unsere Ängste, unsere Sehnsüchte etc. an.

Falschinformation bzw. Desinformation sind ebenso Teil moderner Kriegsführung.

«Einspruch!» nennt Ingrid Brodnig ihr Buch, in dem sie die Wirkung solcher Verschwörungsmythen und Fake News darlegt – wie wir sie erkennen und gegebenenfalls kontern können, wenn sie in der Familie, im Freundeskreis oder online genannt werden, als wären es Fakten. Wir alle neigen zu selektiver Wahrnehmung. Wir hören und sehen oft genau und ausschliesslich das, was wir hören und sehen wollen.

Aus diesem Grund ist es äusserst wichtig, uns über die Quellen von Informationen zu informieren. Wer gibt etwas heraus? Was steckt dahinter? Was sagen andere Quellen?

Podcasts hören – und sich gezielt informieren

Ich selbst bin eine begeisterte Podcasthörerin. Über gute Podcasts konnte ich mir gezielt viel Wissen aneignen und mich auch persönlich weiterentwickeln. Theoretisch, zum Beispiel über Beziehungs- oder gesellschaftliche Themen, praktisch zu Fragen rund um Gesundheit, Haushalt, Garten, Hobby etc.

Was mir an Podcasts besonders gefällt, ist, dass ich sie zu der Zeit und an dem Ort hören kann, die in meinen Tagesablauf passen.

Zuhause, auf dem Arbeitsweg, beim Kochen, Joggen oder, je nach Thematik, mit ungeteilter Aufmerksamkeit und einem Notizheft auf den Knien. Auch hier achte ich auf die jeweilige Quelle und recherchiere im Netz nach folgenden Angaben:

  • Wer ist hauptverantwortlich und was wird über diese Person, dieses Unternehmen sonst noch geschrieben (Soziale Medien, Google-Suche, Newsmeldungen)?
  • Welche Institution steht hinter dem Angebot? (Impressum beachten)
  • Oft werden Zitate von bisherigen Kunden aufgeführt. Sind dies allgemeine Namen wie Hans Meier, Peter Müller oder hat es auch einzigartige Namen?
  • Wie sehen die Bewertungen bei Google aus und vor allem, wie reagiert das Unternehmen bei berechtigten kritischen Feedbacks?

Mein Bauchgefühl entscheidet dabei mit. Ist mir eine Sendung sympathisch oder kommt das Ganze irgendwie suspekt daher: Ein 3-Punkte-Plan und spätestens übermorgen ist alles gut – und ganz nebenbei noch die Welt gerettet …

Gute Podcasts vermitteln hilfreiches Wissen und unterstützen so eine gute Macht. Darum: «Wer Ohren hat, der höre».

© christliche-lebensberatung.ch, 13.11.2025, Tabea Räber

Autorin

Tabea Räber ist Mitglied des Autorenteams auf Christliche-Lebensberatung.ch und anderen Online-Plattformen. Sie hat jahrelang als Hebamme und in der Seniorenpflege gearbeitet.

Tabea Räber, Autorin

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