Festgefahren! Beziehungsprobleme und kein Ende in Sicht. Sich nicht mehr verstanden fühlen, statt Gespräche über Liebe und Beziehung nur noch Vorwürfe. Ratschläge von aussen fühlen sich daneben an. Es ist Zeit, zu handeln!

 

… und was danach folgt

«Sich ganz aufeinander einlassen, in guten wie in schlechten Zeiten. Miteinander wachsen, verbunden sein, auch für andere sichtbar. In der Gemeinschaft (Gesellschaft) zu stehen, mittendrin. Geborgenheit, vertrauen, Gemeinschaft. Und besser wirtschaften zu können. Und Haus zu bauen oder Kinder aufzuziehen. Und in einem Ritual (standesamtlich, kirchlich , heidnisch….egal) die Seelen zu verbinden.»

(Quelle: elitepartner.ch)

Das Bedürfnis nach Nähe und die Sehnsucht nach ewiger Liebe lässt uns das Wagnis «Beziehung» eingehen. Trotzdem, dass bekannt ist, dass in der Schweiz nunmehr die Hälfte der Ehen nach durchschnittlich 14 ½ Jahren geschieden werden (Quelle: Bfs.admin.ch), heiraten auch heute noch Pärchen. Sie machen damit ihre Beziehung öffentlich.

Das Eheversprechen ist ein Schutz, möglichst in der Liebe bleiben zu können

Die Ehe ist ein Bund, der auf lange Zeit hin angelegt ist. Es macht Sinn, dass man für eine verbindliche Treue öffentlich ja zum Partner sagt. Dies soll auch ein Schutz sein – nicht nur rechtlich – und ein Versprechen, das einem helfen soll, in der Liebe zu bleiben. Treue soll nicht einengen. Im Gegenteil, sie soll freisetzen, denn Liebe braucht Freiheit. Und was zurückkommt, wenn man es loslässt, das gehört einem wirklich.

Leider wird immer wieder Verliebtheit mit Liebe verwechselt. Das ist ein Trugschluss. Auch wenn die Vorstellung verlockend ist, solche Glücksgefühle anhaltend zu empfinden, ist dies unrealistisch. Gefühle halten nicht ewig an und jeder kommt (in der Regel nach zwei Jahren) wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Was einen anfänglich am anderen angezogen hat, kann nun zum Konfliktherd werden.

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Verliebtheit oder Liebe?

Verliebtheit ist wie eine Anziehungskraft, die «einfach geschieht». Sie ist Geschenk für eine gewisse Dauer, aber nicht permanente Grundstimmung in einer längeren Beziehung. Liebe bedeutet, ich geb dir etwas, um dir etwas Gutes zu tun – sogar dann, wenn mir nicht immer «drum» ist. Liebe bedeutet neben den geschenkten Momenten der Verliebtheitsgefühle auch Arbeit. Es soll ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein. Liebe ist weit mehr als nur schöne Empfindungen.

Ehe bedeutet gemeinsam wachsen und aus Fehlern lernen

Ehe bedeutet gemeinsam wachsen und aus Fehlern lernen

Eine gute Beziehung zu pflegen heisst nicht, dauernd zu harmonieren und immerwährend Glücksgefühle zu empfinden. Um Vertrauen und Geborgenheit zu fördern, braucht es den Entschluss und den Willen, an einer Beziehung zu arbeiten. Das heisst, sich in die Beziehung hinein zu geben samt dem Risiko, verletzt zu werden.

Beziehung bedeutet Bewegung und nicht Stillstand

Eine gute Beziehung beinhaltet, auch Fehler zu machen, wieder aufzustehen und weiterzugehen. Vergleichbar mit einem Kind, das bei ersten Gehversuchen häufig hinfällt, durch die Übung jedoch immer «standhafter» wird. So wird man in der Beziehung im Idealfall immer seltener stolpern und hinfallen. Und falls doch, dann steht man schneller wieder auf. Beziehung bedeutet Bewegung und nicht Stillstand. Gemeinsam durchgestandene Schwierigkeiten schweissen einen zusammen. Man wächst und reift mit und am Partner, soll dabei aber die eigene Persönlichkeit nicht aufgeben.

Wieso überhaupt heiraten?

Wieso soll man überhaupt heiraten und sich auf dieses Wagnis einlassen?

Wieso soll man überhaupt heiraten und sich auf dieses Wagnis einlassen?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Paare heiraten wollen: Zum Beispiel, damit sie denselben Namen tragen und die Kinder auch alle so heissen, oder zwecks finanzieller Absicherung. Es gibt auch Menschen, die wohl nie heiraten würden, weil sie schon beim Gedanken daran an eine eventuell mögliche Scheidung und deren Folgen denken, wie z. B. Geldsorgen, seelische Wunden… Heiraten ist ein Wagnis, das fordert und fördert. Gleichzeitig bedeutet sie eine Investition in ein wertvolles Leben, wenn man sich darauf einlässt.

Auf Elitepartner.ch fanden sich weitere Gründe fürs Heiraten. Zwei Beispiele:

«Weil man nach gründlicher Überlegung mit genau diesem einen Menschen, den man liebt, bis ans Lebensende, in guten wie in schlechten Zeiten zusammen sein und aufeinander trauen möchte und für genau diesen Wahnsinn die besten Absichten und alles Wollen aufbringt und für ein gutes Gelingen auf Gott vertraut und deshalb auch Gottes Segen dafür möchte – v.a. auch im Hinblick auf eine Familiengründung.»

Eine andere Person begründet den Wunsch nach einer Heirat wie folgt: «Ganz einfach: Liebe! Ich hatte damals das Gefühl, dass ich mit diesem Mann alt werden möchte und dass ich immer mit ihm zusammen sein möchte..» (Anmerkung: Die vollständigen Zitate können auf Elitepartner.ch nachgelesen werden).

Liebeskiller oder wieso die Liebe nicht bleibt

Viele Partner verpuffen viel Energie, indem sie den andern verändern wollen, ihn manipulieren oder dauernd Forderungen stellen. Andere geben sich völlig auf und würden alles tun aus Angst, verlassen zu werden. Dies alles sind Liebeskiller. Wichtig ist, den Partner frei zu geben, keine Forderungen zu stellen und sich bewusst zu machen, dass nicht ein einziger Mensch alle Bedürfnisse abdecken kann. Statt zu fordern soll man selber zu geben beginnen.

Forderungen, Manipulation und sich aufgeben sind klassische Liebeskiller

Forderungen, Manipulation und sich aufgeben sind klassische Liebeskiller

Wer mit sich selbst zufrieden ist, kann auch Glück in eine Beziehung bringen. Wer mit sich selbst hadert, wird es schwerer haben, einen Partner zu finden, der ihn zufrieden stellen kann. Ein weiterer Liebeskiller ist, zu denken, mit einem anderen Partner wäre alles besser. Da braucht es Mut, diese Gedanken konsequent zu stoppen und den Entschluss zu fassen: Ich will mich mit dem gewählten Partner auf den «Weg machen» und mich auf Veränderungen einlassen.

Grösste Herausforderungen für Paare

Sich selbst «wahr»nehmen können

Sich selbst «wahr»nehmen können

Kommunikation, Sexualität und Kindererziehung – die manchmal zum Kampffeld werden – sind grosse Herausforderungen für Paare. Die überall und allzeit abrufbaren pornografischen Bilder setzen zudem falsche Standards und erzeugen unterschwellig Druck. Viele sind heutzutage auch im Beruf sehr gefordert. Dies lässt wenig Energie übrig, sich allzu gross in eine Beziehung investieren zu können. Für eine funktionierende Beziehung ist wichtig, dass jeder Partner immer mehr in die Eigenverantwortung hineinwächst: «Dass ich, anstatt die Schuld dem andern zuzuweisen, zuerst mich selbst reflektiere».

Es wird sehr schwierig, Beziehungen in andere Bahnen zu lenken, in denen sich beide Partner über Jahre hinweg als Opfer sehen oder einer immer der «Retter» ist. Grundsätzlich ist die Gesinnung «Wenn es nicht klappt, kann ich ja wieder gehen» für eine stabile Beziehung nicht förderlich. Die Schwelle, sich zu trennen, wird dadurch immer kleiner. Die Bereitschaft, in weniger schönen Momenten durchzuhalten, aneinander zu leiden und zu akzeptieren, kostet viel Überwindung. Krisen sind Chancen, zu reifen. Weicht man solchen Prozessen aus, betrügt man sich und dies kann wiederum viel grösseres Leid und Schmerz bewirken.

Sich solchen Herausforderungen zu stellen, erfordert eine Perspektive wie: «Ich will den Weg mit meinem Partner gehen – komme, was wolle!» Aber dazu braucht es zwei. Wenn einer die Tendenz hat zu denken «Ich mach mich davon, wenn’s unangenehm wird», wird es schwierig, eine verbindliche Beziehung zu leben. Zudem wird der andere dies spüren und sich dementsprechend zurückhaltender in die Beziehung investieren.

Hinsehen:

Nachdenken

Was tun, wenn eine Beziehung abgeflacht ist?

Grundsätzlich ist nichts unmöglich! Voraussetzung: Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, um eine Beziehung zu beleben! In einer Beziehung muss man vergeben können. Und auch mal dann den 1. Schritt zur Versöhnung tun, wenn der Partner zum x-ten Mal denselben Fehler gemacht hat. Verletzungen sollen nicht angesammelt und fein säuberlich in einen «gedanklichen Ordner abgelegt» werden. Unwahrheiten oder schlechte Gedanken über den Andern kehrt man besser nicht einfach unter den Tisch – dies erzeugt nur Groll und Bitterkeit. Man muss sich solchen Empfindungen und Situationen stellen.

Gedanken und Sichtweisen beeinflussen

Beziehung heisst: gemeinsam einen Weg zu gehen

Beziehung heisst: gemeinsam einen Weg zu gehen

Manche Paare streiten sich immer wieder darüber, wer Recht hat. Wäre ihnen bewusst, dass es zwei Realitäten gibt, nämlich die Ihre und die Seine, gäbe es viel weniger Zündstoff für Konflikte. Manchmal haben Partner schon über längere Zeit Mauern um sich herum aufgebaut oder unterstellen dem andern, mit ihm über gewisse Themen sowieso nicht reden zu können. So haben sich über Jahre fixe Gedanken über einander eingenistet, die es schwer machen, diese alleine wieder zu «entwirren».

Zur Lösung von solch komplexen Problemsituationen macht es Sinn, professionelle Hilfe beizuziehen. Kompetente Lebensberatung kann die Beziehung von einer anderen Perspektive beleuchten und somit Sichtweisen ändern helfen.

Eine Fachperson beizuziehen bedeutet nicht, dass man versagt hat

Wie junge Leute heutzutage selbstverständlich Hilfe in Anspruch nehmen, so schwer fällt dies älteren Paaren, dies zu tun. Sie warten oft zu lange, was die Problemlösungen komplizierter macht. Jemanden beizuziehen bedeutet nicht, dass man versagt hat.

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Käthi und Daniel Zindel, selber Paarberater, reden zusätzlich von einem ständigen «Dritten in ihrer Zweierbeziehung», nämlich von Gott. Mit ihm als «Drittem im Bunde» über ihre Emotionen und Probleme zu reden, erleben sie als sehr entlastend für ihre Beziehung. Daniel Zindel redet von Gott als die Quelle der Liebe: «Liebe dich selbst, werde von Gott geliebt und heirate, wen du willst – so kann die Liebe fliessen».

Gott ist Motivation, nicht Problemlöser, er ist Orientierung für ein geordnetes Leben. Die Bereitschaft, sich in eine Beziehung, eine Ehe einzulassen, liegt einzig und allein an den beteiligten Personen.


 

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Ehe bedeutet Leben teilen

Ehe bedeutet Leben teilen und im Idealfall ein Wachsen aneinander und miteinander, und trotzdem bleibt jeder eine eigenständige Persönlichkeit.  In einer Ehe sollen sich zwei Partner freiwillig einander zuwenden, Ehe soll keine Pflichterfüllung sein. Wenn man zu zweit ist, besteht die Gefahr, nur noch gemeinsam etwas zu unternehmen, um so den andern an sich binden zu können. Doch so funktioniert es nicht, im Gegenteil.  Wenn ich den andern frei gebe, gibt dies Raum, dass er sich mir – freiwillig – zuwendet. F + Z = L -> Freiheit plus Zuwendung = Liebe. Eine Formel, die Daniel Zindel, Paartherapeut, in der Radio-Sendung «Damit die Liebe bleibt» erwähnt.

Ehe braucht das Miteinander, aber auch Zeit für sich selber – Nähe und Distanz. Jede Ehe ist einzigartig, so individuell die beiden Partner sind, so unterschiedlich wird auch Beziehung gelebt.

  • «Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Sie kommt und geht von einem zum andern. Sie gibt uns alles, doch sie nimmt auch viel zu viel. Die Liebe ist ein seltsames Spiel.» So lautet der Liedtext eines alten Schlagers.
  •  «Liebe ist ein Gefühl, das man lernen muss», ein bekanntes Buch von Walter Trobisch.
  • «Liebe geht durch den Magen. Und dann?» ein Zitat von Eckart von Hirschhausen.

Liebe wird zur Herausforderung und zum Willensakt. Besonders dann, wenn es in der Familie nicht rund läuft. Familie ist nicht nur schön. Sie fordert Präsenzzeit, Durchhaltevermögen.

Dann, wenn Momente da sind, wo ganz einfach nichts mehr geht, dann empfiehlt sich die Sozialpädagogische Familienbegleitung.

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Ehe retten. Gibt es Chancen? Wenn ja, welche?

Welche Ehe kennt die Ernüchterung in der Beziehung zum Partner nicht? Die Gefühle sind verflogen und Liebe wird zum Willensentscheid. Was man am Anfang geschätzt hat, wird zum dauerhaften Spannungsfeld. Die Worte werden härter oder rarer. Wie kann man eine Ehe retten? Sind überhaupt Chancen vorhanden?

Was ist eine Ehe?

Zwei Menschen, die ihr Leben gemeinsam gestalten möchten. Damit treffen allerdings manchmal völlige Gegensätze aufeinander. Männlein und Weiblein, unterschiedliche Gefühle, Gedanken, Erwartungen und Ziele. Wie soll man den andern verstehen können, wenn man seine Gedanken nicht lesen kann?

Ein Mix, der je nach dem unterschiedlicher nicht sein könnte, in einem Umfeld, das immer komplexer wird.

Kinder wachsen in einer sich rasant verändernden Welt auf, mit Möglichkeiten, die noch vor 30 Jahren unvorstellbar waren. Eltern sind dauerhaft gefordert. Das es zu Spannungen kommen kann, liegt auf der Hand und ist die natürlichste Sache der Welt. Gerade darum ist es wichtig, Ehe als einen Weg mit vielen Varianten zu sehen. Etwas, das neu am Entstehen ist braucht Zeit, Verständnis und das «Ja» aller beteiligten Personen.


Wunden müssen heilen können

Wer sich schon verletzt hat weiss, Wunden müssen heilen können. Das geht nicht, wenn man immer wieder daran kratzt. Die Gefahr einer Entzündung steigt mit jedem Mal, wo der Schorf weggerissen wird. Auch in einer Ehe gibt es Wunden. Psychische Wunden. Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten haben oft zwei ganz verschiedene Meinungen. So können Verletzungen passieren.

Einflussfaktoren können die eigene Erziehung, verschiedene kulturelle Hintergründe und das Umfeld sein.

Ehe retten = zwei unterschiedliche Individuen gehen gemeinsam einen Weg

Wie sehen wir uns selbst? Wie sehen uns andere?

Kann das «anders Sein» des Partners zugelassen werden?

Verschiedenen Meinungen fördern, positiv gesehen, den Dialog. Aber nur dann, wenn es nicht darum geht, wer letztendlich gewinnt. Der Sieg einer Partei bedeutet im Grundsatz eine Niederlage für beide. Ehe bedeutet Gemeinschaft und da muss man sich auch auf Kompromisse einlassen.

Hinsehen

Nachdenken

Ratgeber, Leitfaden und Tipps

Liebe ist ein Gefühl, das man lernen muss.

Das hat auch der Buchhandel erkannt. Ein Blick ins Angebot bei einem Buch-Onlineshop zeigt in der Rubrik «Partnerschaft und Beziehung» 957 mögliche Buchtitel an. «Die perfekte Masche», «Die perfekte Liebhaberin», «40 Tage Liebe wagen», «Wenn Frauen zu sehr lieben» etc.; Ratgeber, Leitfaden und Tipps in Hülle und Fülle. Umfangreiches Material, das helfen kann, wenn ein Zugang zwischen den beiden Ehepartnern noch vorhanden ist. Werden die Schwierigkeiten nicht mehr lösbar, braucht es professionelle Hilfe. Nicht mehr lösbar kann bedeuten, dass kein Kompromiss mehr möglich ist. Jeder beharrt auf seine subjektive Wirklichkeit.

Der Wille, sich neu auf den andern einzulassen

Eine Ehe retten – je nachdem, was bisher in der zwischenmenschlichen Beziehung passiert ist – kein einfaches Unterfangen. Es bedarf dem Willen beider Parteien sich neu auf den anderen einzulassen und nach neuen Wegen zum Erhalt der Beziehung zu suchen. Der Lohn: Beziehungen, die Krisen überwinden, erhalten eine neue Tiefe und Dimension. Eine professionelle Begleitung ist darum sehr empfehlenswert!


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  • Konflikte bewältigen – oder Harmonie um jeden Preis?
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Radio Life Channel wird durch ERF Medien, Pfäffikon ZH verantwortet. Diese bietet nebest Radio- und TV-Sendungen (Bsp. zu Ehe), auch eine Lebensberatung an.

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Wunschkinder prägen

Im Roman «Das Haus der Schwestern» beschreibt die deutsche Autorin Charlotte Link eine Familiengeschichte vom Anfang des 20ten Jahrhunderts. Es ist die Geschichte von Frances, einer eher eigensinnigen aber verantwortungsbewussten Frau, ihrem ältesten Bruder George und der jüngsten und verwöhnten Tochter Victoria. Frances erteilt ihrem Verehrer John Leight zweimal eine Absage, obwohl sich beide intensiv lieben. Schliesslich entscheidet er sich, zum grossen Entsetzen von Frances, später für Victoria.

Doch die Ehe bleibt kinderlos. Der innige Wunsch von Victoria Mutter zu werden, prägt ihren ganzen Alltag und ist mit ein Grund dafür, dass die Ehe letztendlich scheitert. Als ihr Exmann Jahre später eine Kriegsimmigrantin aus Frankreich heiratet und diese ein Kind erwartet, bricht für Victoria eine Welt zusammen. Am Tag der Geburt des Kindes erreicht die Geschichte ihren dramatischen Höhepunkt. «Das Haus der Schwestern» ein brillanter Kriminalroman, der das Thema unterfüllter Kinderwunsch aufgreift. Nicht als Hauptteil der Geschichte, trotzdem werden mögliche Folgen im schwierigen Umfeld des Ersten und Zweiten Weltkrieges hervorragend dargestellt.

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Gefahr, Kinder zu idealisieren

Die erwähnte Geschichte zeigt auf, wie schwierig es ist, wenn ein Kinderwunsch nicht erfüllt wird.

Nachdenken

Unerfüllte Wünsche können idealisiert werden.

Ein Beispiel ist die Vorstellung: «Wenn wir ein Kind hätten, wäre unsere Beziehung besser.» Das sind Gedanken, die leider nicht realistisch sind. Insbesondere dann nicht, wenn eine Beziehung so oder so schon in Problemen steckt. Es wäre für das Kind fatal, wenn es für den Zusammenhalt der Ehe verantwortlich gemacht würde – auch dann, wenn diese «Forderung» nie ausgesprochen würde. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist für ein Paar eine grosse psychische Herausforderung. Das ist auch im Falle einer Adoption so, die mit zum Teil extrem langer Wartezeit verbunden ist. (Hinweis: Anforderungen an künftige Adoptiveltern)

Unerfüllter Kinderwunsch: Adoption als Möglichkeit?

Adoption als Möglichkeit? (Foto © cynoclub – Fotolia.de)

Adoption – eine Herausforderung

Eine junge Frau geht zum Arzt, sie will abtreiben. In derselben Stadt, zur selben Zeit versucht nicht weit entfernt eine andere Frau zum wiederholten Male vergeblich, ein Adoptivkind vermittelt zu bekommen … Diese Geschichte ist im Video «Das Verhängnis» verfilmt worden und zeigt die Problematik und das Spannungsfeld zwischen Adoption und Abtreibung auf. Höhepunkt des Films: die beiden Frauen begegnen sich kurz im Bus und lassen den Zuschauer mit der Frage zurück, wie man die beiden zusammenbringen könnte. Der Film eignet sich als Diskussionsgrundlage zu den Themen Abtreibung und Adoption.  Das Verhängnis (Konrad Straub / Hans-Jörg Wahl, Deutschland 1991 – 18 Min., f., Kurzspielfilm).

Ist keine Kinder zu haben, auch etwas Schönes?

Man darf aus Kindern keine Wunschvorstellung entwickeln. Sie fordern eine Beziehung heraus und brauchen viel Aufmerksamkeit. Sie wollen geliebt werden. In dieser Liebe sind auch klare Grenzen und die Definition von Freiraum enthalten.

Nachdenken

Eltern sein heisst 24-Stunden «online» sein und zum Teil grossen Herausforderungen ausgesetzt sein.

Dennoch, Kinder zu haben ist etwas Schönes. Keine Kinder zu haben hat ebenso schöne Seiten. Damit sollen Kinder nicht abgewertet werden. Auf gar keinen Fall. Jede Altersstufe, jede Konstellation in der Familie, hat schöne und herausfordernde Seiten.

Radiotipp: «Unerfüllter Kinderwunsch: Wie spricht man es an?».


Christliche Lebensberatung, Seelsorge, Coaching - Kinderwunsch


Neues entsteht – Chancen und Gefahren

Patchwork bedeutet, dass aus bestehendem «Flickwerk» Neues entsteht. Der Begriff wird auch für zusammen gewürfelte Familien verwendet, die nach Trennung, Scheidung oder Tod eines Elternteils entstehen. Wie viele Patchworkfamilien es in der Schweiz tatsächlich gibt, kann man keiner Statisik entnehmen.

Ein möglicher Indikator ist die Anzahl jährlicher Scheidungen von Eltern mit unmündigen Kindern: 2009 waren laut BFS-Statistik bei rund 8500 Scheidungen fast 14‘000 Kinder betroffen (Quelle: DRS.ch). In Deutschland wird angenommen, dass bereits jede 7. Familie eine Patchworkfamilie ist (Quelle: ellviva.de). Eine Statistik von Österreich aus dem Jahr 2008 zeigt, dass insgesamt rund 9 % der Paarfamilien mit Kindern so genannte Patchwork-, bzw. Stieffamilien sind (Quelle: statistik.at).

So unterschiedlich die Geschichte jedes einzelnen Menschen ist, so individuell ist die Zusammensetzung einer Patchworkfamilie: manchmal bringt nur ein Partner Kinder mit in die neue Familie, manchmal sind es beide. Und vielleicht gibt es noch Kinder aus der neuen Verbindung. Bis die zusammen gewürfelten Familienmitglieder zu einer tragfähigen Gemeinschaft zusammengewachsen sind, kann es 3 – 7 Jahren dauern.

Die Entscheidung, eine Patchworkfamilie zu gründen, ist absolut nicht der Weg des geringsten Widerstandes. Denn es gibt mehr zu organisieren, zu klären und meist mehr Konflikte zu lösen, als in der ursprünglichen Kernfamilie.

Was heute normal ist, galt vor ein paar Jahren als nicht funktionsfähig oder als schlechte Kinderstube.

Nachdenken

Patchworkfamilien sind viel besser als ihr Ruf

Alleinstehende und Mitglieder von zusammen gewürfelten Familien wurden von Meinungsforschern im Sept. 2011 befragt. Dabei kam heraus, dass es für Kinder wichtig sei, eine Familie zu haben. Ob dies eine traditionelle oder eine Patchworkfamilie sei, spiele keine Rolle. Die Hälfte sah für den Nachwuchs gar Vorteile in einer Patchworkfamilie. Die älteren Befragten finden eine Heirat nicht zwingend nötig, die jüngeren dagegen finden es unterlässlich zu heiraten, damit die Erziehung gelinge (Quelle: Paradisi.de).

Kinder in der Patchworkfamilie

Kinder brauchen Orientierung. Gute elterliche Beziehung vermittelt Kindern Sicherheit und Trennungen der Eltern zerstören diese. Dadurch leidet ihr Urvertrauen. Sie können unter der Trennung der Eltern leiden und wenig motiviert sein, sich in die neue Patchworkfamilie hineinzugeben. Ist ein Elternteil noch nicht allzu lange verstorben, ist zu bedenken, dass zur Umgewöhnung an die neue Familiensituation noch die Trauer des Kindes dazukommt, was die ganze Situation erschweren kann.

Es gibt auch Kinder, die sich schuldig fühlen, weil ihre Eltern sich trennen. Wenn dieser Irrtum nicht geklärt wird und Kinder mit so tief greifenden Veränderungen allein gelassen werden, kann dies negative Auswirkungen auf ihr späteres Leben haben. Eine Langzeitstudie über 25 Jahre von Judith S. Wallerstein, amerikanische Psychologin, zeigt: 25% der Jugendlichen unter 14 Jahren aus Scheidungsfamilien trinken regelmässig Alkohol oder konsumieren Drogen (Quelle: Schweizerfamilie.ch).

Mehr Konfliktpotenzial bei den Paaren

Bei den Elternteilen entsteht im Vergleich zu den Kindern viel mehr Konfliktpotenzial: Die fehlende gemeinsame Vergangenheit, die – manchmal unbewusste – Eifersucht auf den Ex-Partner. Manchmal tauchen Probleme zwischen dem neuen Partner und den Kindern auf. Der neue Partner kann vielleicht mit der Art eines Kind nicht umgehen oder wird vom Kind nicht akzeptiert.

Sind aus der ursprünglichen Familie Themen nicht aufgearbeitet worden, tauchen diese unweigerlich nach der ersten Verliebtheitsphase wieder auf. Neben dem Alltag, den es zu organisieren gilt, ist es auch wichtig, sich mit den rechtlichen Grundlagen der neuen Situation auseinanderzusetzen: Wie sieht es mit dem Erbrecht aus oder wohin kämen die Kinder bei einer allfälligen Trennung, wenn die neuen Partner nicht heiraten? Die Finanzen sind auch zu klären. Eventuelle Unterhaltsverpflichtungen belasten die Haushaltskasse. In all dem ist es wichtig, dass sich das Paar auch Zeit nur für sich alleine nimmt und nicht nur als Organisationstalente und Vermittler zwischen den Kindern wirkt. Wenn Paare an Grenzen stossen, ist es ratsam, Hilfe beizuziehen und sich beraten zu lassen.

Neuer Start an neuem Ort

Als optimaler Start für eine Patchworkfamilie empfiehlt es sich, dass beide Parteien die ursprüngliche Wohnung verlassen und an einem andern Ort gemeinsam ein neues Zuhause gründen. So haben alle dieselbe Ausgangslage und keiner muss Platz machen oder kommt sich als Eindringling vor.


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Betroffene erzählen in der TV-Sendung «Leben in der Patchwork-Familie»

Alex Bergers erste Frau stirbt nach einer Krankheit. Zurück bleibt er mit den beiden Kindern. Er heiratet wieder. Seine zweite Frau Elisabeth sagt ja zu ihm und zu seinen Kindern. Zwei gemeinsame Kinder kommen noch zur Patchwork-Familie dazu. Doch ersetzt ist die Mutter deshalb nicht. Schmerz und Trauer müssen auch in der neuen Familie verarbeitet werden.

Margrith Sonderegger ist Erwachsenenbildnerin. Sie bietet Kurse für Patchwork-Familien an. In ihrer Arbeit zeigt sie Wege auf, wie eine Patchwork-Familie zusammen wachsen – und zusammenwachsen – kann.


Möchten Sie bei Ihrer (Patchwork)Familie genauer hinsehen? Weiterführende Adressen finden Sie in unserem Berater Verzeichnis.


Ergänzender Tipps: