Wir sind Gewohnheitstiere. Die einen lieben Veränderungen, die meisten bevorzugen den Alltagstrott. Nur gehört es zu uns Menschen, dass wir uns in unserer Persönlichkeit weiterentwickeln möchten. Weil dies dem Leben nicht nur mehr Tiefe, sondern auch mehr Sinn gibt. Das geht nur, indem wir uns aufmachen, die Komfortzone verlassen und uns in die Entwicklungszone wagen. Entwicklung ist wichtig für die Lebensbilanz. Für das Fazit, was wir mit unserem einzigartigen Leben gemacht, beziehungsweise erreicht haben.

Gelebt werden

Ein sehr unangenehmes Gefühl. Statt Freiheit Dinge tun, die einem wiedersprechen. Tief im Innersten. Da sind Blockaden, die dauernd auf die Bremse treten. Schleppendes Tempo. Man kommt nicht vom Fleck. Man weiss, da würde mehr drin liegen. Man müsste etwas ändern. Bei den andern, oder bei sich selbst.

Nachdenken

Auf letzteres hat man mehr Einfluss.

Neuorientierung, der Anfang zu bewusster Lebensgestaltung.

Christliche Lebensberatung, Seelsorge, Coaching - Neuorientierung im Leben und im Beruf

Ausgangslage: Stärken und Schwächen ins richtige Licht stellen

Analysieren bedeutet nicht, sich negativ zu verurteilen, sondern Stärken und Schwächen ins richtige Licht zu stellen. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Darum gibt es Teams. Damit uns andere unterstützen. Wo liegt der Hund begraben? Gefühle sortieren, sie visualisieren, den bisherigen Wegen auf die Spur kommen. Auch Tatsachen zulassen, die man vielleicht bisher verdrängt hat. Sie reflektieren. Hinsehen. Wahrnehmen. Zulassen. Was wir heute erkennen, prägt die nächsten Schritte. Darum ist eine grundehrliche Analyse eine wichtige Voraussetzung in der beruflichen oder privaten Neuorientierung.

Fahrplan: Ziele, Zwischenziele und Termine

Von A nach B fängt mit einem ersten Schritt an. Das Wort Neuorientierung beinhaltet einen Start, einen Weg mit Zwischenzielen und ein Endziel. Wer bewusst einen Weg einschlägt, setzt sich Termine. Wer auf der oberste Stufe der Leiter ankommen will, geht den Weg über Zwischenstufen. Je weiter der Weg, desto wichtiger ist das Ausruhen. Innehalten. Das Bewusstsein, wie weit man schon gekommen ist. Regelmässiges Reflektieren. Kein Ziel, kein Projekt ist je vollendet vom Himmel gefallen. Selbst Gott ging zuerst einen Weg, bevor es zum «Es ist vollbracht!» kam.

Neu fühlt sich immer fremd an

Gewohnheit und fixe Abläufe geben uns das Gefühl von Sicherheit. Was wir noch nicht erlebt haben, hat das Gesicht einer Gratwanderung und kostet uns einiges mehr an Konzentration und Kraft.

Nachdenken

Neu fühlt sich immer fremd an.

Dieses Gefühl müssen wir zulassen und akzeptieren können.

Sind wir bereit, uns auf die Neuorientierung einzulassen, wird sie mit der Zeit zu einem fixen Ablauf. Vertrauen gibt es nie von Anfang an zu 100 %. Es muss wachsen können. Um eine Neuorientierung zu wagen, braucht es nach wie vor Gewohnheiten. Niemand kann alles Alte einfach hinter sich lassen. Zudem zeigt uns Neuorientierung den Wert der bisherigen Gewohnheiten auf, lässt sie uns vielleicht sogar mehr schätzen.

Ich habe mich nicht verändert

Das ist keine seltene Aussage und sie wird oft mit Frust verbunden geäussert. Man hat den Eindruck, dass das eigene Leben nur so dahin geplätschert ist. Doch niemand verändert sich nicht. Lesen Sie ihre alten Aufsätze, sehen sie sich alte Bilder an. Oft löst das Geschriebene oder die Mode von damals Kopfschütteln aus. Das sind Zeichen, dass Sie sich verändert haben.

Aus Erfahrungen entstehen Kompetenzen

Blicken wir auf erfolgreiche Menschen, haben diese oft viel Lehrgeld bezahlen müssen, bis sie bereit für den Erfolg waren. Andere wurden sofort erfolgreich und sind vielleicht innert kurze Zeit von der Bildfläche verschwunden. Um sich auf etwas Neues einlassen zu können, sei es im Beruf- oder im Privatleben, braucht es Kompetenzen. Sie sind eine zuverlässige Währung mit positiven Auswirkungen in unserem Lebenslauf. Kompetenzen können wir uns am besten in kleinen Schritten erarbeiten. Kleine Schritte steigern das Lebensbewusstsein, bewirken Persönlichkeitsentwicklung und sind darum unglaublich wertvoll – in allen Lebenssituationen!

Weiterführende Tipps

Christliche Lebensberatung, Seelsorge, Coaching - Neuorientierung in Berufs- und Lebensfragen

 

Stress am Arbeitsplatz. Stress in Beziehungen.

Wir alle kennen solche Situationen. Da ist dieser hohe Druck, Erwartungen seitens des Arbeitgebers oder in sozialen Beziehungen, die schwer zu erfüllen sind. Mehr leisten trotz weniger Mitarbeitern. Immer mehr ohne Ende in Sicht. Stress abbauen und ihn erfolgreich bewältigen ist zu einer Lebensaufgabe geworden.

Was sind Stresssymptome?

Bekannte Stresssymptome sind erhöhter Blutdruck, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen (Migräne), Herzbeschwerden, gereizte Haut, Muskelverspannungen, Reizbarkeit. Menschen reagieren unterschiedlich auf Stress und Überforderung kann ganz sanft und leise entstehen und schon sind wir mitten drin, ohne es anfangs gross zu merken. Kommt dazu, dass wir uns gerne selbst sabotieren.

«Ist ja nicht so schlimm.»

«Das geht vorüber.»

«Nutze den Tag voll aus.»

Das sind Gedanken, die uns ermöglichen, das genaue Hinsehen aufzuschieben.

Christliche Lebensberatung, Seelsorge, Coaching - Stress erfolgreich bewältigen

Es gibt auch äussere Anzeichen für Stress. Der randvolle Terminkalender, Feedbacks von Freunden, von Mitarbeitern. Steigender Kaffeekonsum. Gewichtszunahme aufgrund von vermehrtem Genuss von Süssigkeiten oder Alkohol, weil man sich in Stresszeiten gerne etwas mehr gönnt. Verändertes soziales Verhalten wie Rückzug und vermehrte Konzentration auf «dringende» Geschäfte. Stress hat viele Gesichter und Auswirkungen.

Inneren Stress entlarven

«Wenn wir das nicht hinkriegen, geschieht ein Unglück.»

Wirklich? Bedenken Sie, dass wir Menschen gerne negativ denken. Laut dem langjährigen Coach und Buchautor Urs R. Bärtschi führen wir pro Tag zirka 4‘000 Selbstgespräche. Über 70 % davon seien negativ geprägt. Das seien stille Killer, die ständig in unseren Gedanken kreisen.

Nachdenken

Anders gesagt: Nur gerade 2,5 Stunden pro Tag denken wir positiv.

In uns herrscht also ein grosses Potenzial, um Stress aufzudecken und zu entlarven. Ein Schritt näher in Richtung Gelassenheit kann schon sehr viel bewirken. Wie geht das?

Stressmanagement:

Jede Leiter hat auf den Benutzer ausgerichtete Zwischenstufen. Ohne diese wäre die Leiter nutzlos und das Ziel wird nicht erreicht.

«Andere können es besser. Haben mehr erreicht und wirken souveräner.»

Wie auch immer – der (negative!) Vergleich mit anderen lähmt. Es gibt Menschen, die suchen im negativen Vergleich Bestätigung, dass sie selbst etwas nicht können (= Schemata, Lebensfallen). Damit ist niemandem gedient. Der positive Vergleich treibt jedoch voran. Vorbilder dürfen und sollen sein. Doch unseren Weg und unsere Ziele mit denen eines hochqualifizierten Fachmanns zu vergleichen, ist kontraproduktiv. Jeder Mensch geht seinen eigenen Weg. Er darf sich orientieren, muss es aber auf seine eigene Weise machen und darf sich durchaus genügend Zeit zur Zielerreichung eingestehen.

Nachdenken

Realistische Vergleiche und Schritte – und sind sie noch so klein – lassen uns den Weg positiv erleben.

Welches sind die nächsten realistischen Schritte? Kleine Schritte und Ziele motivieren und in der Summe ergeben sie letztendlich etwas Grosses!

Worst case: Den schlimmst möglichen Fall beim Namen nennen

Gedanken sind unbegrenzt. Sie können sich verselbstständigen, wenn wir beispielsweise Angst haben oder wenn wir zu hohe Erwartungen an uns selbst stellen. Aus einer Mücke kann ein Elefant entstehen oder noch viel mehr. Der sogenannte schlimmste Fall hat grosse Ohren, einen langen Rüssel und ist extrem standhaft in unseren Gedanken. Wir begrenzen unsere eigenen Möglichkeiten, stufen uns auf verlorenem Posten ein und werden passiv. Hindernisse werden so gross, wie wir ihnen Raum geben.

«Wenn Ihr mich operiert, tut dies nicht mit der Einstellung, als sei ich schon gestorben!»

hatte ein schwer verletzter Mann zu einer Krankenschwester gesagt, als sie ihn vor der OP nach einem Wunsch fragte. Er hatte unbemerkt mitgehört, wie die Ärzte ihm von vornherein keine Chance mehr gaben. Der Mann überlebte. (Aus «Hühnersuppe für die Seele»). Jeder Worst case beinhaltet Chancen!

Schwächen dürfen sein

Es geht nicht darum, Schwächen abzubauen. Das kostet zu viel Kraft und Misserfolge sind vorprogrammiert. Es geht darum, innere Signale frühzeitig wahrzunehmen und sie richtig einzustufen. Manchmal darf der ganz normale Alltag genügen. Oder statt 120 Prozent Leistung «nur» 100 Prozent. Manchmal dürfen wir eigene Wege gehen und eine Familientradition verändern. Gefangen sein in eigenen und fremden Erwartungen ist wie Leben, das nicht gelebt wird. Authentizität fördert die eigene Entwicklung und gibt Kraft und wertvollen Lebenssinn. Es muss nicht alles beim ersten Mal gelingen. Ein Weg mit vielen Chancen ermöglicht uns das Erlernen von zahlreichen Kompetenzen. Ein finnisches Sprichwort lautet:

«Gott hat die Zeit erfunden. Von Eile hat er nichts gesagt.»

Denk- und Sichtweisen aufdecken – ob mit Hilfe eines Coaches oder in Selbstreflexion – sind wertvolle Massnahmen, um Stress zu entlarven.

Quellen:

Weiterführende Tipps aus dem Internet zum Thema Stressmanagement

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Christliche Lebensberatung, Seelsorge, Coaching - Umgang mit Stress


Jeder Mensch kommuniziert.

Braucht Kommunikation. Austausch fördert uns, lässt in uns neue Ideen entstehen und bewirkt Bestätigung oder Kritik. Dieser Austausch hat insbesondere durch die sozialen Medien stark zugenommen. Rund um die Uhr mit Infos eingedeckt zu werden, hat Folgen. Jede Info verlangt nach dem Entscheid, ob sie gelesen werden soll oder nicht und ob wir uns von ihr bewegen bzw. berühren lassen. Und das den ganzen Tag lang.

Dauerregen in der Infowelt. Dauerregen belebt nicht nur, er durchdringt auch unseren Schutzwall. Dringt bis ins tiefste Innere. Aus Agieren wird nur noch Reagieren.

Nachdenken

Statt Leben Gestalten entsteht das latente Gefühl, gelebt zu werden.

Sind die Kleider vollgesogen, nimmt die Beweglichkeit ab. Es geht dann nur noch um möglichst schnelle Lösungen, damit etwas rasch vom Tisch ist.

Fremdspannung oder eigene Spannung

«Harry, ich weiss, sie war es» so hatte Oberinspektor Derrick in der gleichnamigen Krimiserie jeweils seinen Kollegen informiert. Seine Spürnase war äusserst zuverlässig. Doch wie sollte er es beweisen? Natürlich auf seine eigene Art, mit der er auch dann und wann Menschen vor den Kopf stiess.

Wann haben Sie den letzten Krimi gelesen oder im Fernsehen gesehen? Wer war der Mörder? Besonders bei Büchern ist entscheidend, wie ein Krimi geschrieben wird. In der «Ich»-Form ist man als Leser viel näher beim Geschehen. Bei der erzählenden Form ist mehr Distanz vorhanden. Man kann den Leser dafür als Mitwisser mit in die Geschichte hineinnehmen. «Hätte Kommissar X gewusst, dass er mit dem Mörder sprach, er hätte Schlimmes verhindern können …» Informationen als Leser erhalten, die der Protagonist im Buch nicht weiss. So sieht man manches Unheil nahen und der Autor kann Spannung bewusst aufbauen.

Spannungen im beruflichen Umfeld

Berufsalltag hautnah: Leistungsdruck. Mobbing. Zeitdruck. Endlose To Do Listen. Zahlreiche Meetings und Weiterbildungen. Zu hohe Anforderungsprofile oder zu hohe eigene Anforderungen.

Nachdenken

Stress gehört zum Leben. Nur ist die Erträglichkeitsgrenze für jeden Menschen nicht gleich hoch.

Jeder denkt und fühlt anders. Das berufliche Umfeld wirft uns in zahlreiche Spannungsfelder, die sich ohne konkretes Gesicht gegenseitig noch potenzieren können. Was unfassbar ist, muss visualisiert werden.

Visualisieren = sichtbar machen. Reflektion fördern.

Etwas aufdecken. Damit treten wir in die Fussstapfen von Oberinspektor Derrick.

Nachdenken

Mit Aufdecken meine ich, sich die Zeit nehmen, um Handlungen, Ursachen, Stressmomente etc. zu skizzieren.

Es geht nicht um eine schöne Zeichnung, sondern um eine nachvollziehbare. Denken Sie an die Skizzen der Schweizer Mobiliarversicherung. Einfach und doch aussagekräftig. Es geht um das Erkennen von Abläufen in mir und auch extern. Um das schrittweise Heranarbeiten an mögliche Abläufe und Ursachen. Mit dieser Massnahme wird die eigene Reflektion gefördert und, so komisch es klingt, es werden Spannungen abgebaut. Sie bekommen ein neues Gesicht.

Spannungen erkennen, sie zulassen, sich auf sie einlassen – das fördert die eigene Persönlichkeitsentwicklung. An Herausforderungen wachsen wir. Und an unseren Mitmenschen.


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Viele Menschen suchen nach einfachen, aber wirksamen Methoden, um ihr Selbstmanagement zu optimieren und die Anforderungen in Beruf und Privatleben besser, gelassener oder einfach überhaupt zu meistern. Ihnen stellt der versierte Coach und Trainer Urs R. Bärtschi sein langjährig aufgebautes Erfahrungswissen zur Verfügung.

Anhand von vier inneren Antreibern – dem Geschäftigen, dem Konsequenten, dem Freundlichen und dem Gemütlichen – bietet er dem Leser eine vergnügliche, sehr griffige Anleitung zur Spiegelung und Wahrnehmung seines inneren Teams und dessen Dialogen. Unterhaltsam erläutert er ein Verfahren, das von den individuellen Stärken und Möglichkeiten jedes Einzelnen ausgeht und konkrete, handlungsorientierte Wege zur Ausschöpfung des eigenen Potenzials eröffnet und gleichzeitig zur Minimierung unbewusster Selbstsabotage führt. Wer sich darauf einlässt, gewinnt mehr Gelassenheit, Sicherheit und Glück auf allen Ebenen, beruflich wie privat. Die aktuelle 2. Auflage wurde korrigiert und um ein Kapitel zum Thema Selbstsabotage erweitert.

 


 

Lebenssinn – Lebensfragen. Fragen nach dem Lebenssinn und nach der Berechtigung des Seins, sind normal und tauchen, insbesondere in der Vorweihnachtszeit, vermehrt auf. Solche Lebensfragen sind ehrliche Fragen, die dann an die Oberfläche kommen, wenn man bewusst oder unbewusst Zeit hat, alleine ist oder sich gezielt darauf die oftmals verdrängten Gefühle einlässt.

 

«Gottesdienst im Wandel» …

… heisst ein Buch, auf das ich im Internet gestossen bin. Ich erinnere mich an die Zeit, als ich Ende der 1980er Jahre anfing, in den Gottesdienst zu gehen. Der Ablauf war klar geregelt. Zuerst ein paar Lieder, dann die Mitteilungen, nochmals Lieder und dann die Predigt. Am Schluss Lieder, Gebet und Segen und Abschlusslied. Das Morgenprogramm am Sonntag war festgemacht. Es war klar, man geht in den Gottesdienst. Tradition mit geregeltem Ablauf. Heute, 30 Jahre später, sind die Gottesdienste vielfätiger geworden. Besucher werden sogar da und dort spontan mit einbezogen.

Veränderungen haben ihre Auswirkungen

Kürzlich fragte ein Freund in Facebook, warum Männer weniger in den Gottesdienst gingen. Eine mögliche Begründung könnten die gestiegenen Anforderungen seitens der Wirtschaft sein. Kraft und Aufnahmefähigkeit sind begrenzt und Mitarbeiter in einer Kirche zu sein, kann je nach Aufbauarbeit sehr viel Kraft beanspruchen. Und das parallel zum Berufsleben.

Freiwilliger Einsatz ist sicher auch eine Frage der Möglichkeiten, der Persönlichkeit, des Umfelds, der Arbeitsbedingungen. «Ich geniesse es, einfach so im Gottesdienst zu sein» hat mir kürzlich ein Mann erzählt. Er könne so Stress abbauen. Wiederum andere erleben in Stressmomenten eine Predigt als zusätzlichen moralisch negativ empfundenen Auftrag. Im Sinn von «Du solltest mehr …». Noch mehr Druck. Wer tut sich das in sonst so stressigen Zeiten schon an?

Hinweis:

Nachdenken

Neue Möglichkeiten, eine Predigt zu hören

In den letzten 30 Jahren hat sich viel getan. Im Verständnis, was Christsein beinhaltet und in der technischen Entwicklung. Inzwischen sind die Kirchgemeinden so ausgerüstet, dass Predigten oder zum Teil sogar ganze Gottesdienste als Audiodatei oder als Film auf der eigenen Webseite angeboten werden. Wer den Gottesdienst verpasst hat, kann ihn sich somit nachträglich in aller Ruhe noch anhören. Auch Radio Life Channel bietet Gottesdienste mit Predigten an. Im Fernsehen werden ebenfalls Predigten ausgestrahlt. Die umfangreiche Programmauswahl dank digitalen Medien macht es möglich. Insbesondere alte und kranke Menschen schätzen diesen Service sehr.

Ein weiterer grosser Vorteil: Menschen, die sich einfach über den christliche Glauben informieren möchten, können dies in der heimischen Stube tun. Einfach und bequem. Die Tatsache lässt sich sicher nicht verschweigen, dass der TV-Gottesdienst den einen oder anderen dazu verlockt, dafür auf den in der Kirche zu verzichten. Das wiederum, so scheint es mir, löst seitens der Kirchen-Verantwortlichen Fragen aus. Denn der Gottesdienstbesuch wird als Pflicht definiert.

Wie viele Gottesdienstbesuche braucht es, um dem Siegel «Christ» zu genügen?

Damit wir seinerzeit konfirmiert wurden, mussten wir eine bestimmte Anzahl Gottesdienste besucht haben. So schrieb es die evangelische Landeskirche damals vor. Wer zu einem Verein gehört, besucht dessen Anlässe. Ist das nicht so? Oder kann ein Mitglied nicht auch dazugehören, ohne an jeder Veranstaltung teilzunehmen? Ist, wer in einen Hauskreis eingebunden ist und «nur» einzelne Anlässe in der Kirche besucht, deshalb «weniger» Christ?

Wer in einem Pflegeberuf arbeitet, kann schon deshalb nicht immer dabei sein. Unregelmässige Arbeitszeiten nehmen zu. Flexibilität wird seitens der Wirtschaft erwartet. Ganz provokativ gefragt: Ist jemand nur dann Christ, wenn er die quantitativen Erwartungen erfüllt? Geht Christsein nicht viel weiter? Breiter und tiefer? Qualität im Moment? Da wo ich bin, dort lebe ich meine Überzeugung?

Statt auf Erwartungen zu pochen, sich an Bedürfnissen orientieren

Im Marketing wird die Frage anders gestellt. Welche Bedürfnisse hat die Zielgruppe? Welches Verhalten lebt sie? Und wie kann man sie am besten erreichen? Mitten im Alltag, im Berufsleben, eben dort, wo wir leben und wo wir in Gedanken sind. Bedürfnisorientiert. Für die Kirche bedeutet dies, sich auch dort aufzuhalten. Bei den Themen, die Menschen interessieren. Sich aufmachen und, statt aufwendige Strukturen aufzubauen, dort sein, wo «die Musik spielt».

Glaube im Alltag. Beziehungsaufbau. Beziehungspflege. Neuen Medien, neuen Formen, neuen Verhaltensweisen Raum geben. Auch gedanklich. In sich selbst und im Umfeld. Doch Achtung: Es könnte durchaus sein, dass sich die Gottesdienstsäe dadurch von selbst wieder füllen …

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